70 Minuten
Neulich wurde ich nachts halb zwei wach. Unsanft geweckt von meinen Freunden der naheliegenden Berufsfeuerwehr. Nicht, das mich die Herren mit ihrem Tatütata geweckt hätten, das wäre ja zu verschmerzen gewesen. Oder gar durch intensives und eindringliches Trommeln an der Wohnungstüre. Nein, die Herren waren damit beschäftigt, ihr Einsatzfahrzeug, namentlich ein sogenanntes Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug (LHF 16/12 City) vom Typ MAN, aus unserer Parkschleife direkt vor dem Haus zu schieben. Und wären die Herren Berufsfeuerwehrleute dabei nicht so laut gewesen, hätte man die Vermutung äußern können, sie wollten die anliegenden und vermutlich tief und fest schlummernden Anlieger nicht wecken. Allerdings wiesen die aufgeschnappten Anweisungen der 5 Anschieber an den Fahrer – oder sollte ich besser schreiben: Lenker – darauf hin, dass dem Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug der Saft ausgegangen sei. Nicht das Löschwasser, denn jenes kam augenscheinlich nicht zum Einsatz. Statt dessen konnte die Autobatterie der Feuerwehr nicht die notwendige Leistung aufbringen, um den Motor des Fahrzeugs zu starten. Nachdem die Herren mitten in der Nacht den Beweis für ihr hartes und aufopferndes Training geliefert hatten und tatsächlich das etwas mehr als 10 Tonnen wiegende Fahrzeug mehrfach vor- und zurückgeschoben hatten, konnte nach etwas mehr als 70 Minuten dann endlich ein zweites Einsatzfahrzeugs baugleichen Typs den Gestrandeten Nothilfe leisten. Klingt nicht so lustig, wie es aussah. Hätte ich filmen sollen…






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