CLUESO “SO SEHR DABEI”

Zwei Jahre ist es her, seit sich der Erfurter mit einem Album an die Öffentlichkeit wagte. Versüßt wurde die Zwischenzeit mit einer Tour-DVD. Als dann zum Bundesvision Song Contest ein erster Vorbote der neuen Platte zu hören war und dieser um ein Haar den Sieg der illustren Veranstaltung bedeutet hatte, wuchs die Spannung ins unermessliche. Auch wenn die Herren im Hause Four Music bis kurz vor Showbeginn an dem Song rumfeilen ließen, gefiel dieser dem breiten Publikum durch seine eingänige Melodie und besonders der weiblichen Klientel durch den bewegenden Text. Nun also erblickt Album Nummer 4 das Licht der Welt, und so sehr dabei der Musikbegeisterte in diesen Tagen auch ist, ich jedenfalls hab mich mit der Platte erstmal ein paar Stunden eingeschlossen.

Clueso wird erwachsen. Er entspringt mit diesem, seinem vierten Werk seinen HipHop-Roots und bewegt sich konsequent in Richtung Pop ohne damit poppig zu werden. Seine Songs sind eingängier, melodiöser als bei den Vorgängern. Konsequent geht er den Weg mit seiner Band und setzt sich mit dieser musikalisch gekonnt in Szene. Und auch wenn die Unzufriedenheit aus dem Hause Four Music über die erste Single nicht deutlicher hätte sein können, ist “Keinen Zentimeter” genau die richtige Wahl als Vorbote auf die neue Platte gewesen. Auch die zweite Auskopplung steht dem in nichts nach. Manchmal scheint es, als sei “So sehr dabei” ein Akustik-Album. Fast schon zerbrechlich, auf jeden Fall wunderschön kommt es daher. Clueso hatte genug Zeit, um an neuem, sorgfältig erarbeitetem Songmaterial zu feilen. Und das ist zu hören. Und noch wichtiger ist, dass „Weit weg“ noch heute so viele Herzen fängt, dass diese neue Melodien vielleicht noch nie so wertvoll gewesen sind.

  1. Barfuss
  2. Augen zu
  3. Niemand an dich denkt
  4. Wir wolln Sommer
  5. Geisterstadt
  6. Mitnehm
  7. Gewinner
  8. Schreibe dir
  9. Keinen Zentimeter
10. So sein wie du
11. Utopie
12. Verlierer
13. Pause
14. Jede Stadt
15. So sehr dabei
16. Abspann (Weck sie nicht auf) 

~ von henrywulff am Mai 30, 2008.

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